Bushaltestellen mit allen Anforderungen normgerecht planen

Ratgeber für Kommunen und Planungsbüros

Warum die Anforderungen nach RASt und EAÖ über die Qualität einer Bushaltestelle entscheidet

Eine Bushaltestelle ist mehr als eine Haltebucht mit Wartehalle. Die Anforderungen daran – wie lang die Haltestelle sein muss, ob eine Busbucht oder ein Kap die richtige Wahl ist und welche Bordsteinhöhe Barrierefreiheit ermöglicht– regeln in Deutschland vor allem zwei technische Regelwerke: die Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) und die Empfehlungen für Anlagen des öffentlichen Personennahverkehrs (EAÖ) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV).

Beide Regelwerke gelten als anerkannte Regeln der Technik und werden von vielen Kommunen und Straßenbaulastträgern bei der Straßenraumplanung zugrunde gelegt. Wer eine Wartehalle beschafft, ohne die zugehörige Haltestellengeometrie zu kennen, riskiert Nacharbeiten – von zu kurzen Bordkanten bis zu Wartehallen, die dem Fahrgastwechsel im Weg stehen. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Begriffe, Maße und Entscheidungen ein, bevor die erste Ausschreibung geschrieben wird.

Bushaltestelle Anforderungen einen Blick

Die wichtigsten Zahlen für die Haltestellenplanung

Richtwerte aus RASt 06 und EAÖ, die in nahezu jeder Haltestellenplanung eine Rolle spielen. Sie ersetzen nicht die Abstimmung mit dem zuständigen Baulastträger, geben aber die Größenordnung vor.

ca.
12
Meter Länge – Standard-Solobus im Linienverkehr
bis
18,75
Meter Länge – Gelenkbus im Linienverkehr
16–22
Zentimeter Bordhöhe für einen nahezu stufenlosen Einstieg
3
Haltestellentypen nach RASt 06: Fahrbahnrand, Busbucht, Kap

Bushaltestelle Anforderungen: Grundlagen aus RAst 06

Fahrbahnrandhaltestelle, Busbucht oder Kaphaltestelle: drei Bautypen, drei Wirkungen

RASt 06 unterscheidet im Wesentlichen drei Bauformen für Bushaltestellen im Stadtstraßenraum:

  • Fahrbahnrandhaltestelle: Der Bus hält direkt am Fahrbahnrand, ohne aus dem fließenden Verkehr auszuscheren. Diese Bauform benötigt am wenigsten Fläche und verkürzt die Haltezeit, da kein Wiedereinfädeln nötig ist – sie eignet sich vor allem für Straßen mit moderatem Verkehrsaufkommen.
  • Busbucht (Buchtenhaltestelle): Der Bus verlässt die Fahrspur und hält in einer eigens angelegten Nische. Das entlastet den fließenden Verkehr während des Halts, erschwert dem Bus aber das Wiedereinfädeln – in dichtem Verkehr entstehen dadurch häufig Wartezeiten.
  • Kaphaltestelle: Der Gehweg wird bis an die reguläre Fahrspur herangezogen, sodass der Bus im fließenden Verkehr hält. Kaphaltestellen gelten in vielen RASt-06-Anwendungen als bevorzugte Lösung, weil sie kurze Haltezeiten mit einer ebenerdigen, barrierefreien Wartefläche verbinden.
Bushaltestelle Anforderungen: Entscheidungshilfe

Haltestellentypen im Vergleich

Welcher Haltestellentyp sich eignet, hängt von Verkehrsstärke, verfügbarer Fläche und Buslinienführung ab.

Vergleich der Haltestellentypen nach RASt 06
Haltestellentyp Flächenbedarf Wirkung auf den Verkehr Barrierefreiheit
Fahrbahnrandhaltestelle Gering Bus verbleibt im fließenden Verkehr, kurze Haltezeit Gut umsetzbar bei ausreichend breitem Gehweg
Busbucht Hoch, zusätzliche Nische nötig Entlastet den Verkehr während des Halts, Zeitverlust beim Wiedereinfädeln Abhängig von Bordlänge und Bewegungsfläche
Kaphaltestelle Mittel, Gehwegvorstreckung Bus hält im fließenden Verkehr, kein Wiedereinfädeln nötig Sehr gut, ebenerdiger Zugang ohne Umweg
Die endgültige Wahl trifft die zuständige Straßenverkehrsbehörde in Abstimmung mit dem Verkehrsunternehmen – die Tabelle liefert die Kriterien für dieses Gespräch.
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    Ziel der Haltestellengestaltung nach EAÖ ist ein für alle Fahrgäste möglichst selbstständiger, sicherer Zugang zum öffentlichen Personennahverkehr.

    Bushaltestelle Anforderungen: Barrierefreiheit

    Bordhöhe, taktile Leitsysteme und Bewegungsflächen

    Seit dem Personenbeförderungsgesetz gilt für den ÖPNV in Deutschland das Ziel der vollständigen Barrierefreiheit. An der Haltestelle selbst hängt das vor allem an drei Stellschrauben:

    • Bordsteinhöhe: Damit Fahrgäste mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen möglichst ohne Rampe einsteigen können, kommen erhöhte Sonderborde zum Einsatz – je nach Fahrzeug- und Einstiegshöhe sind Bordhöhen von rund 16 bis 22 Zentimetern üblich. Die konkrete Höhe legt der Verkehrsbetrieb passend zum eingesetzten Fahrzeugtyp fest.
    • Taktile Leitsysteme: Auffindestreifen, Einstiegsfelder und Leitstreifen nach DIN 32984 führen blinde und sehbehinderte Fahrgäste sicher zur Tür des ersten Wagens und warnen vor dem Bordstein zur Fahrbahn.
    • Bewegungsflächen: DIN 18040-3 verlangt ausreichend große, stufenlose Warte- und Bewegungsflächen vor und in der Wartehalle, damit Rollstuhlfahrende wenden und Fahrgäste mit Gepäck oder Kinderwagen bequem passieren können.

    Eine Wartehalle, die diese Anforderungen von Anfang an mitdenkt, müssen Sie später nicht teuer nachrüsten – Durchgangsbreiten und Anschlusspunkte an das Bodenleitsystem gehören deshalb in jede Ausschreibung.

    Bushaltestelle Anforderungen: Die Wartehalle

    Worauf es bei der Wartehalle selbst ankommt

    Die Haltestellengeometrie schafft den Rahmen – die Wartehalle muss ihn ausfüllen, ohne die vorgeschriebenen Flächen einzuschränken.

    Passgenaue Länge

    Die Wartehalle folgt der geplanten Bordlänge, statt sie durch feste Standardmaße zu unterschreiten oder den Fahrgastwechsel zu behindern.

    Freie Sichtachsen

    Transparente Seitenwände erhalten die Sicht auf den ankommenden Bus und auf den fließenden Verkehr an Kaphaltestellen.

    Anschluss ans Leitsystem

    Bodenindikatoren nach DIN 32984 lassen sich ohne Umweg an Ein- und Ausgänge der Wartehalle anschließen.

    Ausreichende Bewegungsfläche

    Der Innenraum bietet Platz für Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen, ohne die Wartefläche nach DIN 18040-3 zu unterschreiten.

    Witterungsschutz ohne verdeckte Leitsysteme

    Dachüberstand und Ausrichtung schützen vor Regen und Sonne, ohne taktile Leitsysteme oder Sichtachsen zu verdecken.

    Modulare Erweiterung

    Wächst die Haltestelle, etwa durch eine zweite Bucht für Gelenkbusse, lässt sich die Wartehalle nachträglich verlängern.

    Bushaltestelle Anforderungen: Häufige Fragen

    Bushaltestellen planen: Fragen & Antworten aus der Praxis
    Antworten auf die Fragen, die in Ausschreibungen und Planungsgesprächen am häufigsten auftauchen.
    Technische Zeichnung von Zimmermann Stadtmöblierung
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    Planen Sie eine normgerechte Haltestelle für Ihre Kommune?

    Ob Fahrbahnrandhaltestelle, Busbucht oder Kap: Wir passen die Wartehalle an die von Ihnen geplante Haltestellengeometrie an – inklusive Anschluss an das Bodenleitsystem und ausreichender Bewegungsfläche nach DIN 18040-3. Sprechen Sie uns an, bevor die Ausschreibung geschrieben wird – oder nutzen Sie direkt das Kontaktformular.

    – Timo Zimmermann, Geschäftsführer

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